Das schnöde Plastik um die Cockpiteinheit der VFR gefiel mir von Anfang an nicht sehr gut. Irgendwie sah das sehr billig aus und passte nicht zum Rest der Honda. Abhilfe mußte herbei. Da ich bereits einige Teile an der VFR im Carbon-Look hatte, fiel die Entscheidung zu Gunsten der selbstklebenden Carbon-Folie. Dass die Sache nicht ganz einfach werden würde, war mir schon klar. Gibt man sich aber etwas Mühe, paart Geduld und Geschick, lässt sich ein akzeptables Ergebnis erzielen, das den Vergleich mit teuren Kaufteilen nicht scheuen muß.

Um euch die Sache zu vereinfachen, schildere ich hier meine Erfahrungen:

Man benötigt (bei der RC46) zwei Bögen aus den Set´s, wie es sie bei POLO oder Hein Gericke zu kaufen gibt. Wenn möglich sollte man die Folien von Gericke nehmen. Die sind etwas dünner und lassen sich unauffälliger überkleben. Und bei einem Hersteller bleiben ist wichtig. Die Folien von POLO und Gericke unterscheiden sich nämlich im Design. In einem Set sind drei Bögen, so dass man mit dem dritten noch andere Teile bekleben kann (Gabelbrücke, Blinker, ...).

Die Vorbereitung:
Zunächst geht es ans Schrauben. Die Abdeckung des Cockpits, welches beklebt werden soll, muß ausgebaut werden, direkt am Motorrad funktioniert es nicht. Wie das geht, findet man im Servicebuch des Moppeds. Außerdem braucht man zum Erwärmen der Folie einen handelsüblichen Haarfön. Beim Bekleben und Formen ist ein zweites Paar Hände sehr hilfreich (Fön halten,...).

Zum Bekleben:
Als erstes schneidet man Streifen, die als Ringe in die Vertiefungen der Instrumente geklebt werden (praktisch in die Tunnels zwischen Abdeckglas und Oberkannte des Cockpits; Breite der Ringe = tiefste Stelle + ca. 5mm als Sicherheit). Diese Ringe nach dem Einkleben bündig mit der Oberkannte des Cockpits abschneiden (geht gut mit einem Cutter/feinem Teppichmesser). Die Kreisüberlappung sollte oben sein, da man das nachher nicht so gut sehen kann und unauffälliger ist, als wenn es unten überklebt wird.

Als nächstes beklebt man die Fläche des Cockpits. Für die RC46 habe ich je eine Folie links und eine rechts genommen und beide in der Mitte aneinander gesetzt (die RC46 hat eine Erhebung in der Mitte des Cockpits, weiß nicht wie das bei anderen VFR-Typen aussieht). Wenn die Folie leicht mit dem Fön erwärmt wird, können auch leichte Rundungen gut verklebt werden (z.B. am Rand). Aber nicht zu stark erwärmen und ziehen, da sich sonst alles nachher (bei starker Sonneneinstrahlung z.B. im Sommer) wieder in die ursprüngliche Form zurückzieht. Möglichst so weit nach unten auf die Rückseite umkleben, dass sich die Folie dort zusätzlich mit Sekundenkleber o.Ä. fixieren läßt. Die Löcher für Tacho, Drehzahlmesser und Anzeigen erst einfach flächig überkleben, nicht ausschneiden.

Einen Moment warten, bis die Folie richtig sitzt und fest verklebt ist. Dann erst die Löcher für die Instrumente ebenfalls entweder mit einem Cutter oder einer gebogenen kleinen Schere (Nagelschere?!) so ausschneiden, dass ein ca. 5mm breiter Rand rundum stehen bleibt. Diesen Rand dann wieder mit dem Fön erwärmen und in die Vertiefungen formen. Aber wie schon eben geschrieben, nicht zu stark erwärmen, wegen der Rückverformung. Bei stärkeren Radien wie z.B. bei den Kontrollleuchten muß evtl. der Rand alle 10mm eingeschnitten und dann erst in die Vertiefungen geformt werden.

Mögliche Kleberrückstände auf dem Glas der Anzeigen sollte man mit Seifenwasser abreiben. Nicht mit Verdünnung o.Ä. probieren. Der Kleber geht zwar sehr gut damit ab, das Plastik wird aber mit der Zeit undurchsichtig und spröde.

Anschließend alles wieder zusammenbauen... fertig.

Fazit:
Bei mir hat es beim ersten Mal auch nicht wirklich geklappt. Nehmt euch Zeit, für das Bekleben kann man locker zwei Stunden einplanen, wenn man ein sauberes Ergebnis erzielen möchte. Und wenn es auch nicht gleich beim ersten Mal so toll aussieht, egal. Die Folien kosten knapp 10,- Euro. Holt euch noch einen Pack und beklebt es neu. Ihr werdet sehen, dann geht es schon einfacher, weil die Fehler vom ersten Mal nicht mehr gemacht werden und ihr wisst, wie es evtl. sogar einfacher geht.

 

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