Erscheinungsbilder für Reglerschaden:

  • Das Licht wird extrem hell und wieder normal
  • Der Drehzahlmesser und / oder der Tacho schwanken rauf und runter
  • Die VFR läuft nicht mehr so wie gewohnt
  • Bei einer Tour wird angehalten und der Motor geht aus, die VFR lässt sich nur schwer oder gar nicht wieder starten. (nur mit Starthilfe)
  • Die Batterie ist heiß und leer, mit neuer Batterie tritt das Problem nach kurzer Zeit wieder auf. Vorsicht, es ist schon vorgekommen, dass die Batterie kocht und platzt. Die Sauerrei wird teuer, weil die Säure starke Verätzungen hinterlassen kann.

Messdaten Regler zur Feststellung eines Defekts:

Die Messdaten genau beachten, wenn ein Wert ausserhalb der Angaben liegt, ist der Regler - defekt - !


Gerd Angenendt (1909)

Messanleitung + Protokoll Regler:

Da doch das ein oder andere Problem mit dem Ladesystem der VFR 750/800 bekannt ist, soll das als Download erhältliche Messprotokoll die Fehlersuche vereinfachen.
Zur Messung werden benötigt: 1 handelsübliches Multimeter.

Zur externen Prüfung des Reglers wird zusätzlich eine regelbare Gleichspannungsquelle 0 – 20 V sowie eine Glühbirne 12V 1,2 oder 1,7 W (z.B. aus der Instrumentenbeleuchtung) benötigt.

Im Word-Dokument "Messanleitung" sind Hinweise zu den einzelnen Messungen zusammengefasst. In der Excel-Datei müssen nur die technischen Daten des Ladesystems in den gelben Feldern eingetragen werden, wie sie im Werkstatthandbuch bzw. sonstigen technischen Quellen typbezogen erhältlich sind. In der JPG-Datei ist der Anschluss der externen Spannungsquelle für die Reglerprüfung dargestellt.
Die Messwerte werden in die gelben Felder der Excel-Datei eingetragen. Bei den einzelnen Messungen ist genau beschrieben wo die Messpunkte zu finden sind, wie das Multimeter anzuschließen ist und welche Besonderheiten bei der Messung (Drehzahl usw.) zu beachten sind.
In Abhängigkeit vom Messergebnis werden in der letzten Spalte weitere Messungen bzw. Fehler genannt. Wie bei allen technischen Anleitungen wird technischer Sachverstand benötigt, um Beschädigungen am Fahrzeug oder Gefährdungen für Leib und Leben auszuschließen. Die Messanleitung erfolgt daher unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung. Da auch Kombinationen von Fehlern in der elektrischen Anlage denkbar sind, können die Schlussfolgerungen/Ergebnisse des Messprotokolls u.U. nicht alle denkbaren Fehler feststellen.

Downloads:
Messanleitung.doc, 44kB
Anschluss.jpg, 375kB
Messprotokoll.xls, 46kB

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Fehleranalyse:

Durch Erlebnisse, Erfahrungen und Erzählungen sind folgende Fehlererscheinungen für den Reglertod festgestellt worden.

  • Schlechte Montage des Reglers, Alurückseite liegt nicht flächig auf --> keine einwandfreie Wärmeabgabe
  • Steckerkontakte vom Regler, Lima, Relais und Batterie lose, bzw. korrodiert --> hoher Übergangswiederstand (Hauptsächlich die gelben Limaleitungen) und Schmorgefahr
  • Defekte Batterie (3-5 Jahre Lebensdauer) --> Kurzschlussgefahr, Überlastung des Reglers

Mögliche Abhilfen:

  • Direktanschluß (ohne Stecker) Lima-Regler-Batt.-Relais, wie von MOTEK angeboten, evtl. mit verbessertem Regler. 
  • Verlegung des Reglers ins Heck, wie von THURN Motorsport angeboten, evtl. mit verbessertem Regler.
  • Regler am original Platz auf eine größere Kühlfläche / Kühlkörper montieren, evtl. mit verbessertem Regler.
  • Wärmeleitpaste zwischen Regler und Rahmen: Den Regler lösen, die Flächen reinigen, die Paste ca. 2-5 mm dick auf die Reglerunterseite (blanke Alufläche) streichen und wieder anschrauben. Es darf kein Luftspalt zwischen Montagefläche am Rahmen und Reglerunterseite (Kühlfläche) entstehen. Mit dieser Maßnahme kann der Regler länger halten.

Meine Empfehlung:

Regler ins Heck verlegen (Thurn), Kabel direkt an Lima-Batt.-Regler-Relais anschließen (Motek), möglichst ohne Stecker. Alle noch vorhandenen Steckverbindungen müssen sauber sein, fest sitzen und am besten mit Kontaktfett (Autoelektrik) geschützt werden.

Viele Infos hierzu findet Ihr auch im Forum, nutzt die Suchfunktion.

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Hier noch ein selbstgefertigter Kühlkörper am originalen Anbauplatz:

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Die Problematik ist bekannt. Verschiedene bisher angebotene Lösungen funktionieren mehr oder weniger gut. Die Ursache, hohe thermische Spitzenbelastung, wird aber bisher eigentlich nicht berücksichtigt.

Thurn Motorsport hat Messungen mit 4 an verschieden Punkten am Fahrzeug montierten Messfühlern durchgeführt. Dabei wurde ein Fahrzyklus mit Stadtfahrt, Autobahn und Landstraße durchgeführt. Abhängig von der Fahrtgeschwindigkeit traten am Regler unterschiedlich hohe Umfeldtemperaturen auf. Die höchsten Temperaturen traten im Stop-and-Go Verkehr (Ampel) auf. Der Spitzenwert wurde gemessen bei Zuschaltung des Lüfters. In dieser Phase stieg die Umfeldtemperatur am Regler noch einmal um ca. 20 Grad Celsius auf über 80 Grad an. Ursache ist die Abwärme des Motors bzw. der hinteren Krümmer. Da die angrenzenden Bauteile, wie der Heckrahmen, gleichen Temperaturen ausgesetzt sind, ist eine wirksame Wärmeableitung in dieser Phase nicht mehr möglich.

Als Abhilfe, zur Vermeidung dieser Spitzenwerte, bietet Thurn Motorsport einen Umrüstkit zum Versetzen des Reglers an. Montage erfolgt im Heck, in dem Bereich, in dem normalerweise die Soziushaltebügel Platz finden.

Im Paket sind neben einem Kühlkörper ein Kabelstrang zur Verlängerung und Montageteile enthalten. Der originale Kabelstrang muß getrennt werden, das Zwischenstück mit Grip-Presszange montiert werden. Handwerkliches Geschick ist erforderlich. Eine Garantie, dass ein Regler nach Umrüstung nicht mehr ausfällt, lässt sich nicht ableiten.

Das Material zum Versetzen findet ihr unter folgendem Link bei THURN Motorsport Elektrik - Regler RC36

Hier das zugehörige Messergebnis: